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91 Athleten aus 28 europäischen Ländern
nahmen an den diesjährigen Europameisterschaften der Männer in St.
Petersburg teil. Diese Meisterschaft wurde gemeinsam mit dem
Internationalen Mixed Pairs Cup ausgetragen, an letzt genannter
Meisterschaft nahmen 9 Paare teil. Die österreichische
Nationalmannschaft bestand aus den Athleten Gerhard Nenning (bis
80 kg), Ronald Ullram (bis 87,5 kg) und Alexander Sturm
(+95 kg) sowie den Funktionären Mag. Axel Bauer und Rudolf Mlcsa.
St. Petersburg war zweifellos ein äußerst
würdiger Austragungsort für diese Meisterschaft. Imposante
Kulturdenkmäler, wie die im russischen Stil erbaute knallig-bunte
Erlöser-auf-dem-Blute-Kirche, die Eremitage, Russlands bekanntestes
Museum und die Kazaner-Kathedrale werden wohl jedem Teilnehmer in
Erinnerung bleiben. St. Petersburg gilt als die 2. Hauptstadt Russlands,
wird als Venedig des Nordens und 4. Rom bezeichnet und feiert am
27.06.2003 offiziell seinen 300. Geburtstag. Aus sportlicher Sicht Grund
zum Feiern hatte vor allem der russische Verband, welcher 5
Europameistertitel einheimste. Erwartungsgemäß dominierten
osteuropäische Länder, vor allem Russland, Polen, Slowakei und
Tschechien die Wettkämpfe.
In der Klasse Männer -65 kg waren nur 7 Teilnehmer am Start, der Pole
Kamil Majek sicherte sich mit seinem harmonischen Körperbau und seiner
blendenden Definition unangefochten den Sieg. In der Klasse Männer -70
kg gewann der Russe Oleg Melgunov etwas umstritten den Titel. In der
Klasse Männer -75 kg gewann der Zweitplatzierte des Vorjahres, der Russe
Dagbrailov Rystam.
In der mit 12 Athleten zahlenmäßig relativ schwach besetzen Klasse -80
kg konnte sich Österreichs Vertreter, Gerhard Nenning, sehr gut
in Szene setzen. Er zählte zu den wuchtigsten und im Oberkörper am
besten definierten Athleten. Strukturelle Nachteile wie insbesondere ein
schmaler Schultergürtel und eine unvorteilhafte Präsentation der
Pflichtposen verhinderten dieses Mal noch eine bessere Platzierung, der
7. Platz mit nur 2 Punkten Abstand zum 6. Platzierten war aber ein
äußerst respektables Ergebnis. Eine Finalplatzierung war das Wunschziel
von Ronald Ullram, der im Vorjahr den 7. Platz in der Klasse -90
kg erzielte. In der zahlenmäßig und qualitativ am stärksten besetzten
Klasse -87,5 kg erzielte er sehr unglücklich den 6. Platz und verpaßte
das Finale um einen einzigen Punkt. Dessen ungeachtet war er in Top Form
und zeigte sich gegenüber seiner Vorjahresform in allen Punkten
(Harmonie, Symmetrie, Muskelmasse, Definition) deutlich verbessert. Von
den Kampfrichtern wurde er sehr unterschiedlich beurteilt. 2 von ihnen
hatten ihn auf dem 4., 1 Kampfrichter aber nur auf dem 9. Platz. Nicht
ganz verständlich war, wie der Ungar, Viktor Lauter, dessen Harmonie für
einen Finalisten nicht gerade berauschend war und der sogar irgendwie
verbaut wirkt, Ronald Ullram knapp aus dem Finale drängen konnte.
Hinzu kam, daß dieses Jahr erstmals nur die besten 5 Athleten in das
Finale aufsteigen. Den Sieg holte sich verdient der zeitweise in
Österreich trainierende Pole Bogdan Szczotka. In der neu eingeführten
Klasse -95 kg dominierte der Russe Viacheslav Burenkov, der den 2.
Platzierten Pavel Ershov dessen hintere Deltoidmuskeln bis zur
Wirbelsäule reichten (Synthol) jederzeit im Griff hatte. Den 3. Platz
belegte der Tscheche Peter Soukup, den wir zuletzt beim Großen Preis von
Österreich bewundern konnten. In der Königsklasse, Männer über 95 kg,
hob sich ein Athlet von allen anderen deutlich ab.
Einen so perfekt vorbereiteten Athleten, wie den Russen Alexander
Fedorov hatte man schon lange nicht gesehen, bei einer Körpergröße von
rund 186 cm brachte er hart definierte 123 kg auf die Waage, mit der von
ihm präsentierten Form hätte er auch gute Chancen gehabt beim Mr.
Olympia unter die Top 10 vorzustoßen. Seine Oberschenkel und
Wadenentwicklung erinnerte Stark an Dorian Yates. Fedorov sicherte sich
auch den Gesamtsieg, eine erstaunliche Leistung für einen knapp
25-jährigen. Einen sehr guten Eindruck hinterließ auch der
österreichische Teilnehmer in dieser Klasse, Alexander Sturm. Er
zählte zu den am besten definierten Athleten und erzielte bei
seinem ersten internationalen Antreten den respektablen 10. Platz. In
der Nationenwertung ließ Österreich sowohl Deutschland als auch die
Schweiz hinter sich. Insgesamt haben wir daher ein äußerst zufrieden
stellendes Ergebnis erzielt.
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